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Buchtipps

Eine Faserarchäologin in einem Greifswalder Museum. Ein Fischerteppich mit einem irritierenden Farbspiel. Eine Teppichreparaturwerkstatt in Zagreb. Ein Neuanfang in Schweden. Ein anderer in Trieste. Menschen und Teppiche, die miteinander verknüpft, verknotet und verbunden sind. Das sind die wichtigsten Ingredienzen in Karin Kalisas neuem Roman "Fischers Frau". 

Marie wuchs in den 1960-er Jahren in einem Wallfahrtsort auf. Ihre Mutter stammte aus einer Pilgerherberge. Ihr Leben kreiste um den Glauben, woran auch ihr Gatte nichts ändern konnte. Er war der erste Mann, der sich um sie bemühte und ihre erste Leidenschaft, die sie jedoch - mangels Aufklärung - überforderte und sich in Prüderie verwandelte. Nähe und Körperlichkeit erschreckten sie so sehr, dass sie sie fortan unterdrückte. Kein Wunder, dass das Verhältnis zu ihrer Tochter ambivalent bleib.

'Open water' (Deutsch: 'Freischwimmen') von Caleb Azumah Nelson handelt von Freundschaft. Von Freundschaft und der größten Liebe überhaupt und wie diese beiden Dinge miteinander verbunden sind. Von Kultur, von Musik und der Connection, die diese Dinge zwischen Menschen erzeugen können. 

In "Komm, ich erzähl dir eine Geschichte" von Jorge Bucay geht es um den Psychiater Jorge und dessen Patienten Demian.  Der Autor Jorge Bucay, der selbst Psychiater in Buenos Aires ist, lässt sich bei den Gesprächen, die zwischen den beiden Hauptfiguren stattfinden, von seinem eigenen Arbeitsalltag inspirieren. 

Im Mittelpunkt von "Schöne Welt, wo bist du" stehen zwei junge Frauen, Alice und Eileen, beste Freundinnen seit Dubliner Collegetagen.  Alice ist Schriftstellerin geworden, Starautorin und Millionärin,  die ihren Erfolg nicht gut verkraftet hat und nach einem Nervenzusammenbruch in ein Dorf an der irischen Küste geflüchtet ist. Dort versucht sie, einen neuen Roman zu schreiben.  Eileen kämpft sich in Dublin als schlecht bezahlte Redaktionsassistentin einer Literaturzeitschrift durchs Leben.

Ein Luxushotel an der westlichen Küste Kanadas, jenseits der großen Fenster das Meer, Inseln, die Vegetation des Nordens. Eine Flucht vor der Stadt für gestresste Menschen, für die junge Barkeeperin Vincent aber ein Ort mit schmerzhaften Erinnerungen. Als eine alle Anwesenden erschütternde Botschaft auf eine der Scheiben der Lobby geschmiert wird, ergreift sie die Gelegenheit und geht mit dem Investor Jonathan Alkaitis nach New York.

In Jessica Andrews Coming-of-age Roman "Und jetzt bin ich hier" hat Lucy gerade die Schule abgeschlossen und will nun die Welt erkunden: Gespannt, was jeder neue Tag in London wohl bringt, voller Taten- und Abenteuerdrang, befreit von ihrem kleinen Heimatdorf und dessen Mentalität - aber auch ein bisschen überfordert. Neben Verpflichtungen wie Lernen für die Uni oder ihrem Job in einem Pub will sie das Großstadt-Nachtleben, das Kennelernen fremder Menschen und die neugewonnene Freiheit voll ausnutzen.

In Fatma Aydemirs ('Eure Heimat ist unser Albtraum') deutsch-türkischem Familienroman 'Dschinns' geht es um Hüseyin, der dreißig Jahre in Deutschland als Gastarbeiter geschuftet hat. Erst als er in Rente ist -völlig erschöpft von den langen Tagen und Nächten am Brennofen- erfüllt er sich seinen lang gehegten Traum: Eine Eigentumswohnung in Istanbul. Am Tag des Einzugs jedoch stirbt er an einem Herzinfarkt, ohne die Wohnung je seiner Familie gezeigt haben zu können. 

Die 35-jährige Nora Seed ist am Boden zerstört. Sie hat nie den richtigen Beruf für sich gefunden, den frühen Verlust ihres Vaters hat sie nie überwunden, und der Rest ihrer Familie pflegt keinen Kontakt mehr zu ihr. Vor nicht allzu langer Zeit ist ihre Verlobung in die Brüche gegangen und zu allem Übel stirbt auch noch ihr geliebter Kater. Das ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: Nora beschließt, dass sie nicht mehr leben möchte und nimmt eine Überdosis Antidepressiva. 

Als er seinen Lieblingssong der Beatles (Norwegian Wood) auf einem Flug nach München hört, erinnert sich der 37-jährige Toru Watanabe an seine erste Liebe Naoko, die Freundin seines einst besten Freundes Kizuki. Sofort wird er fast zwanzig Jahre in die Vergangenheit zurückkatapultiert, zurück zu seinen Studententagen in Tokio, in eine Welt voller ruheloser Freundschaften, zwanglosem Sex, Verlust und Sehnsucht - in eine Zeit, als die junge, ungestüme Midori in sein Leben kam und er zwischen Vergangenheit und Zukunft entscheiden musste.