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Fischers Frau

Eine Faserarchäologin in einem Greifswalder Museum. Ein Fischerteppich mit einem irritierenden Farbspiel. Eine Teppichreparaturwerkstatt in Zagreb. Ein Neuanfang in Schweden. Ein anderer in Trieste. Menschen und Teppiche, die miteinander verknüpft, verknotet und verbunden sind. Das sind die wichtigsten Ingredienzen in Karin Kalisas neuem Roman "Fischers Frau". 

Mia Sund ist die Faserarchäologin, auf deren Schreibtisch eines Tages ein Fischerteppich landet, wie sie ihn noch niemals zuvor gesehen hat. Ob der tatsächlich echt ist? Mit diesen Farben, diesen Mustern? Aber, was heißt schon echt? Sie selbst besitzt schon seit Jahren eine neue Identität. Sollte sie deshalb nicht echt sein?

Der Teppich lässt Mia nicht los. Und Mia den Teppich nicht. Sie knüpft sich mit ihm peu à peu - Knoten für Knoten - ins Leben außerhalb des Museums zurück, begibt sich erst auf eine kleine Dienstreise, dann auf eine große und schließlich auf eine ganz andere. Wobei sie sich unmerklich mit der Geschichte der pommerschen Fischerteppiche - die es tatsächlich gibt - und seiner Knüpfenden verstrickt. Unter denen gab es eine, 

"die kam von weiter weg. Vielleicht eingeheiratet. Und immer habe die erzählt beim Knüpfen. Dann sei es an die zehnmal so schnell gegangen." (S. 76)

Karin Kalisa erzählt und fabuliert das, wobei sie die Gegenwart mit einem Strukturwandel verknüpft, der durch ein Fangverbot im Jahr 1928 für die Fischer ausgelöst wurde. Ein österreichischer Tapisserist brachte den Fischern das Knüpfhandwerk bei und sorgte so dafür, dass die Bevölkerung ein Auskommen hatte. Was sich wie ein Märchen liest, enthält zugleich die Botschaft, dass Strukturwandel möglich ist. Wenn das vor annähernd hundert Jahren gelingen konnte, warum dann nicht heute?

Eine Empfehlung von Barbara Knieling 

 

Roman
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783426282090
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